• Sven Piper

Die Ergebnisse der Venus Express Sonde

Aktualisiert: 27. März 2019


Künstlerische Darstellung der Venus Express Sonde (Copyright ESA)

Die Venus ist heutzutage ein höllischer Planet, der nicht viel mit der römischen Göttin der Liebe (die auch mit der griechischen Göttin Aphrodite gleichgesetzt wurde) zu tun hat, dennoch weist der Schwesterplanet der Erde einige interessante Aspekte auf.


Die Venus Express Sonde war die erste europäische Sonde in einem Orbit um den Planeten und konnte das ein oder andere Mysterium lösen. Die Ergebnisse nach Abschluss der Primärmission stellte die europäische Raumfahrtbehörde auf einer Pressekonferenz am 29. November 2007 in Paris vor.


Die Venus kommt uns von allen Planeten am nächsten, stand bei der wissenschaftlichen Erforschung aber immer hinter dem Mars und erdgebundene Beobachtungen haben das Handicap, das die dichte Atmosphäre des Planeten einen für optisches Licht undurchdringlichen Schleier bildet.


Die Venus hat dabei eine vergleichbare Masse wie die Erde, aber auf ihr herrschen Temperaturen, die Blei zum Schmelzen bringen würden und auch der Luftdruck ist fast 100-mal so hoch wie bei uns. Deswegen ist ein Schlüssel zum Verständnis des sich selbst verstärkenden Treibhauseffektes, die dichte Atmosphäre des Planeten.


Dennoch konnte dank Venus Express definitiv bestätigt werden, dass es auf ihr Blitze gibt und dies ist sehr erstaunlich, zumal es sonst nur auf der Erde, dem Jupiter und Saturn blitzt und noch erstaunlicher, dass die Ursache eine ganz andere als bei den zuvor genannten Planeten ist und dies liegt daran, das auf der Venus die Blitze nicht in Verbindung mit Wasserwolken stehen sondern durch Schwefelsäure ausgelöst werden.


Die elektrischen Entladungen konnten dabei von Venus Express Magnetometer aufgezeichnet werden und die Messungen wurden einmal am Tag für 2 Minuten durchgeführt und zwar dann, wenn die Sonde die dichteste Annäherung am Planeten hatte. Übrigens ist ein Tag (Drehung um die eigene Achse) auf der Venus 243 Erdentage lang, während ein Jahr (Umlauf um die Sonne) nur 224,7 Erdentage dauert.


Andere Messungen hingegen bestätigen eine erhöhte Konzentration (10-mal mehr als erwartet) des Wasserstoff-Isotops Deuterium. Dies deutet darauf hin, dass die Venus in jungen Jahren wesentlich kühler war und zeitweise flüssiges Wasser vorhanden gewesen sein muss. Doch verdampfte dieses wieder und dies könnte den Treibhauseffekt auf der Venus noch verstärkt haben, zumal die UV-Strahlung der Sonne diese Moleküle aufbrach und die leichteren Wasserstoffisotope so ins All entkommen konnten, während die schweren Isotope zurückblieben.


Auch eine mögliche Erklärung für die Superrotation der Venuswolken wurde gefunden, so deuten Beobachtungen der Venus Monitoring Camera darauf hin, dass durch die dynamische Ableitung der Wärmeenergie in höhere nördliche und südliche Breiten die Superrotation in Gang gehalten wird.


Durch die Zusammenarbeit von der VMC mit dem Visible and Infrared Thermal Imaging Spectrometer konnten auch polare Wirbel an den Polen des Planeten aufgezeichnet werden, welche die Forscher faszinierten und auch dem Luftglühen des Sauerstoffs kam man auf die Spur.


Die beteiligten Forscher waren jedenfalls von der Primärmission begeistert und so sagte Dmitri Titov vom Max-Planck Institut:

„Die heutigen Ergebnisse zeigen, welche verschiedenen wissenschaftlichen Themen durch Venus Express abgedeckt werden. Die Sonde hat die Struktur und die Bewegungen der Atmosphäre enthüllt, von ihren oberen Gegenden bis zur Oberfläche und wir haben dabei die beste globale Karte der atmosphärischen Temperaturen erhalten. Dies verbessert unser Verständnis der globalen Dynamik und der Meteorologie der Venus.“
„Wissenschaftlich gesehen haben wir schon viel erreicht. Dank der modernen Instrumente waren unsere Ergebnisse viel detaillierter als je zuvor und die Sonde ist noch immer in gutem Zustand“

so Håkan Svedhem, ESA-Projektwissenschaftler für Venus Express.


Doch auch nach Abschluss der Hauptmission gab es noch ein Rätsel, welches die Forscher beschäftigte. Deswegen wurde für zwei weitere Venustage mit einer ausgedehnten Mission anfangen. Dabei wurde vor allem nach verräterischen Anzeichen im Infrarotbereich von ausströmender Lava Ausschau gehalten werden, denn ob es heutzutage noch aktiven Vulkanismus auf der Venus gibt war lange Zeit unbeantwortet.

Die Venus Express Mission wurde von über 250 Wissenschaftler quer durch Europa unterstützt und auch Forscher aus Russland und Japan waren an der Mission beteiligt, ebenso wie die NASA, welche 15 amerikanische Venus-Forscher beisteuerte und die Mission durch ihr Deep Space Network unterstützte.


Seit April 2016 hat die Venus wieder besuch von der Erde, denn zu diesem Zeitpunkt schwenkte, nach jahrelanger Verzögerung, der japanische Venus Climate Orbiter (manchmal auch als "Planet-C" oder "Akatsuki" bezeichnet) in eine Umlaufbahn ein und knüpft an die wissenschaftlichen Ergebnisse der Venus Express Sonde an.


#Venus #VenusExpress #Sonde #ESA



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